Hinterbliebenenversorgung im Todesfall

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RisikolebensversicherungHinterbliebenenversorgung bei Beamten & Angestellten

Der Verlust eines Familienmitgliedes ist leider sehr schmerzhaft und wirft nach kurzer Zeit viele finanzielle Fragen auf.

In dieser Übersicht möchten wir Ihnen die unterschiedlichen Ansprüche aufzeigen, damit Sie frühzeitig informiert sind und Vorsorge betreiben können.

1. ) Hinterbliebenenversorgung bei Beamten:

Wer hat Anspruch:

  • hinterbliebene Ehepartner & Kinder

Wie hoch ist der Anspruch:

Die Bezüge für den Sterbemonat: Die Dienst- oder Versorgungsbezüge des Sterbemonats verbleiben den Erben.

  1. Das Sterbegeld: Beim Tod von Beamten bzw. Ruhestandsbeamten (Pensionären) erhalten der überlebende Ehegatte und die Kinder ein Sterbegeld in zweifacher Höhe der monatlichen Dienstbezüge bzw. Pension. Stirbt die Witwe bzw. der Witwer, haben die Waisen einen Anspruch auf Sterbegeld in Höhe des zweifachen Witwen- bzw. Witwergeldes. Auch in der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es eine solche Regelung – das so genannte „Sterbevierteljahr“: Die Rente des Verstorbenen wird den Hinterbliebenen über drei weitere Monate ausbezahlt.
  2. Das Witwen- und Witwergeld: Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Witwen-/Witwergeld für eine/n Witwe/r eines Beamten/einer Beamtin auf Lebenszeit oder einer/eines Ruhestandsbeamtin/en, wenn die/der Verstorbene eine Dienstzeit von mindestens fünf Jahren abgeleistet hat und die Ehe mindestens ein Jahr angedauert hat. Die Höhe des Witwen-/Witwergelds beträgt 55 Prozent des Ruhegehalts, das die/der Verstorbene erhalten hat oder hätte erhalten können, wenn sie/er am Todestag in den Ruhestand getreten wäre. Das Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) regelt in §14 die so genannte Mindestversorgung, also das Ruhegehalt (Pension), das ein Beamter mindestens erhält bzw. welches seine Hinterbliebenen erhalten. Mehr dazu unter dem Stichwort Mindestversorgung.
  3. Das Waisengeld: Halbwaisen erhalten 12 Prozent, Vollwaisen 20 Prozent des Ruhegehalts bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Ist der überlebende Elternteil einer Halbwaise nicht witwen- oder witwergeldberechtigt, wird Vollwaisengeld gezahlt.
  4. Die Unterhaltsbeiträge: Der Anspruch auf Witwen-/Witwergeld ist ausgeschlossen, wenn die Ehe erst nach Eintritt in den Ruhestand geschlossen wurde und zu diesem Zeitpunkt bereits das 65. Lebensjahr vollendet war. In diesen Fällen kann jedoch ein Unterhaltsbeitrag in Höhe des Witwen-/Witwergeldes gewährt werden, auf den allerdings Erwerbseinkommen der/des Hinterbliebenen und dergleichen anzurechnen sind.

Wie hoch ist die Mindestversorgung:

  • Das Mindestruhegehalt ist entweder mit 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der erreichten Besoldungsgruppe (amtsabhängiges Mindestruhegehalt)
  • oder mit 65 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4 plus einem Fixbetrag von 30,68 Euro (amtsunabhängiges Mindestruhegehalt) gesetzlich festgelegt.

Es wird der im Vergleichsweg festgestellte höhere Betrag gezahlt. Grundvoraussetzung ist dabei, dass der Beamte eine zu berücksichtigende Dienstzeit von mindestens fünf Jahren abgeleistet hat.Das abgeleitete Mindestwitwengeld beträgt 60 Prozent des Mindestruhegehalts des verstorbenen Beamten vor Anwendung des Erhöhungsbetrages zum Mindestruhegehalt; der Erhöhungsbetrag von 30,68 Euro findet dagegen separat beim Mindestwitwengeld Anwendung.

2. Hinterbliebenenversorgung bei Angestellten:

Wer hat Anspruch:

  • hinterbliebene Ehepartner & Kinder

Wie hoch ist der Anspruch:

  1. Witwen- und Witwerrente: Der Hinterbliebene erhält zwei Jahre lang (bei Altfällen ohne zeitliche Begrenzung) eine Rente (vereinfacht) in Höhe von 25 % der Rente, der gezahlten oder berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung des verstorbenen Versicherten in der Rentenanwartschaftsphase bzw. der zum Todeszeitpunkt gezahlten Altersrente in der Rentenphase (kleine Witwenrente). Hat der Überlebende ein gewisses Alter erreicht oder erzieht er ein Kind oder ist er erwerbsgemindert, so bekommt er unbefristet 55 % (in Altfällen 60 %) (große Witwenrente). Unabhängig von der Art der Witwenrente beträgt sie in den ersten drei Kalendermonaten nach dem Tod 100 % der Rente des Versicherten, so genanntes Sterbevierteljahr.
  2. Waisenrente: Die Waisenrente beträgt (sehr vereinfacht) für Halbwaisen 10 % bis 20 % der Rente des verstorbenen Versicherten, bei Vollwaisen 20 % bis 40 % der Rente des verstorbenen Versicherten mit der höheren Rente.
  3. Erziehungsrente: Erziehungsrente erhalten nach dem 30. Juni 1977 Geschiedene, wenn ihr geschiedener Ehegatte verstorben ist, solange ein eigenes Kind oder ein Kind des Verstorbenen erzogen wird und die Bezieher der Rente die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Die Einkommensanrechnung erfolgt analog zur Witwenrente nach § 97 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch . Anspruch auf Erziehungsrente besteht auch für verwitwete Ehegatten, für die ein Rentensplitting durchgeführt worden ist.

Diese Ausführungen gelten analog auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.

Weitere Informationen:

Deutsche Rentenversicherung

Beamtenversorgung

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  • reine Todesfallversicherung, keine kapitalbildende Versicherung, somit sehr günstiger Beitrag
  • frühzeitiger Abschluss sinnvoll, weil in jungen Jahren die Annahme einfacher und günstiger ist
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