Die Pflegeversicherung

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Pflegeversicherung

Wie ist Die Definition:

Pflegebedürftig im Sinne sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

Welche Pflegestufen gibt es?

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK bzw. MEDICPROOF) formuliert den Pflegeaufwand in Minuten:
Pflegestufe 0:

– Demenz
– Sachleistungen (ambulanter Pflegedienst oder stationäre Pflege) -> 225 EUR
– Pflegegeld (Pflege durch Angehörige) -> 120 EUR

Pflegestufe 1:

– tägliche Versorgung gesamt mind. 90 Minuten
– davon Grundpflege mind. 45 Minuten
– Sachleistungen (ambulanter Pflegedienst oder stationäre Pflege) -> 665 EUR
– Pflegegeld (Pflege durch Angehörige) -> 305 EUR

Pflegestufe 2:

– tägliche Versorgung gesamt mind. 120 Minuten
– davon Grundpflege mind. 90 Minuten
– Sachleistungen (ambulanter Pflegedienst oder stationäre Pflege) -> 1.250 EUR
– Pflegegeld (Pflege durch Angehörige) -> 525 EUR

Pflegestufe 3:

– tägliche Versorgung gesamt mind. 240 Minuten
– davon Grundpflege mind. 180 Minuten
– Sachleistungen (ambulanter Pflegedienst oder stationäre Pflege) -> 1.550,– EUR
– Pflegegeld (Pflege durch Angehörige) -> 700,– EUR

Wie rechnet ein ambulanter Pflegedienst ab?

– Ambulante Pflegedienste rechnet die Versorgung eines Patienten über sogenannte „Leistungskomplexe“ ab und nicht nach Minuten
– Diese 30 festgelegten Leistungen haben einen mit den Pflegekassen vereinbarten Betrag

Empfehlung: Der Pflegedienstfinder

Wo und wie findet Pflege statt?

-69% oder 1,62 Millionen aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt Von diesen erhielten 1,07 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld – das bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden
– weitere 555 000 Pflegebedürftige wurden zu Hause mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste gepflegt
– in Pflegeheimen vollstationär betreut wurden insgesamt 717 000 Pflegebedürftige (31%).
Durchschnittliche Pflegedauer liegt zwischen 7 und 14 Jahren
– 23 % der pflegenden Angehörigen sind berufstätig, davon die Hälfte ganztägig
– Aufgrund fehlender finanzieller Mittel werden Pflegeleistungen gestrichen oder selbst übernommen
– in der Folge werden die Pflegebedürftigen schlechter gepflegt und die Pflegenden Angehörigen aufgrund der physischen und psychischen Belastung immer kränker

Ein Blick in die Zukunft:

– Im Dezember 2009 waren in Deutschland 2,34 Mio. Menschen pflegebedürftig – 322 000 Personen bzw. 16,0% mehr als bei der ersten Durchführung der Erhebung im Jahr 1999
– 2030 werden es voraussichtlich bereits rund 1 Mio. mehr sein
Pflege in der Zukunft:
– aufgrund hoher Arbeitsbelastung zu überschaubarem Lohn bereits jetzt hoher Fachkräftemangel
– demographischer Wandel der Bevölkerung wirkt zudem einer positiven Entwicklung entgegen
– bereits jetzt werden rund 50.000 Pflegebedürftige legal in Vollzeit von ausländischen Pflegekräften betreut (geschätzt 100.000 „nicht angemeldete“ kommen noch hinzu) Quelle: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung

Pflege ein Risiko für Angehörige:

– gesamtes Vermögen muss verwendet werden, im Notfall also auch Haus verkaufen oder Lebensversicherung vorzeitig auflösen
– Freibetrag von 90 EUR mtl. als „Taschengeld“ und Kontoguthaben von 2.600 EUR als „Notgroschen“
– Reicht das nicht, ist der Ehegatte an der Reihe
– Reicht das auch nicht versucht das Sozialamt die Restkosten ganz oder wenigstens anteilig den Kindern aufzubürden (§ 1601 BGB)
– Hierbei sind allerdings Freibeträge für die unterhaltspflichtigen Kinder zu beachten – allerdings
sind die Fragebögen sehr unübersichtlich und kompliziert

Buchempfehlung Pflegeversicherung

Lösungsmöglichkeit mit Pflegevorsorgeversicherung:

– Absicherung der Restkosten
– Tagessätze versicherbar
– staatliche Förderungen
– um so früher, desto günstiger

Zum Fragebogen Pflegeversicherung …Klick!